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Krankengeldeinstellung

Krankenversicherung

Unrechtmäßige Einstellung der Krankengeldzahlung

Mittlerweile hat es sich herumgesprochen: Fast alle Krankenkassen sind knapp bei Kasse und müssen daher sparen. Bei den Sachleistungen zu sparen hieße, sich mit mächtigen Interessenvertretern einzulassen. Was läge da näher, als bei den Ausgaben zu sparen, bei denen man „nur“ auf den Unmut der Versicherten stößt?

Es ist das Recht und bei Zweifeln an einer Arbeitsunfähigkeit sogar die Pflicht der Krankenkassen, den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MdK) einzuschalten, um Klarheit über das Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit zu erlangen. Immer häufiger kommt es dabei allerdings zu Rechtsverstößen mit schweren Folgen für die Versicherten.

Arbeitsunfähig sind Versicherte, die auf Grund einer Krankheit ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben können, oder bei denen die Gefahr besteht, dass sich ihre Krankheit verschlimmert, wenn sie ihre Tätigkeit weiterhin ausüben. Es geht dabei außer bei Arbeitslosen stets um die zuletzt ausgeübte Berufstätigkeit. Ob ein Versicherter in der Lage ist, in seinem Gesundheitszustand eine völlig andere Tätigkeit auszuüben oder nicht, ist also für Beschäftigte bei der Beurteilung einer Arbeitsunfähigkeit ohne Belang. Genau dieser Sachverhalt wird jedoch in letzter Zeit immer häufiger missachtet.

Die Folgen einer Krankengeldeinstellung wiegen schwer. Wenn die Krankengeldzahlung zu Unrecht beendet oder gar nicht erst aufgenommen wird, nimmt ein kranker Mensch entweder in Kauf, seinen Gesundheitszustand durch Arbeit zu verschlechtern, oder die in den meisten Fällen für den Lebensunterhalt erforderliche Zahlung bleibt aus. Mit Einstellung der Zahlung endet außerdem die Mitgliedschaft bei der Krankenkasse. Damit erlischt nach Ablauf eines Monats der Anspruch auf alle Leistungen der Krankenkasse, wenn die Beschäftigung nicht wieder aufgenommen oder eine freiwillige Mitgliedschaft in einer Krankenkasse begründet wird, die natürlich Beiträge kostet.

Gegen unrechtmäßige Krankengeldeinstellung kann man sich wehren.

Geht der behandelnde Arzt im Gegensatz zum MdK von einem Fortbestehen der Arbeitsunfähigkeit aus, kann er unter Darlegung der Gründe die Krankenkasse darüber unterrichten. Die Krankenkasse muss dann für eine Klärung der Unstimmigkeiten sorgen. Kann sie das nicht, muss sie auf Verlangen des Arztes möglichst kurzfristig eine Entscheidung durch ein Zweitgutachten herbeiführen. Wenn die Arbeitsunfähigkeit durch einen Facharzt festgestellt wurde, soll für das Zweitgutachten ein Arzt der gleichen Fachrichtung herangezogen werden. Leider ist diese Bestimmung nicht allen Ärzten bekannt. Ein Hinweis im Gespräch kann also hilfreich sein.

Wichtig: Zusammenarbeit mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt:


Wenn Versicherte gemeinsam mit ihrer behandelnden Ärztin oder ihrem behandelnden Arzt sicher sind, dass es sich bei der Entscheidung des MdK und der Krankenkasse um eine Fehlentscheidung handeln muss, besteht neben der Klärung über das Zweitgutachten die Möglichkeit, die Krankengeldeinstellung als solche durch einen Widerspruch überprüfen zu lassen.

Das Widerspruchsverfahren bietet den Vorteil gegenüber dem Zweitgutachten ohne Widerspruch durch den Versicherten, dass bei erheblichen Verständigungsproblemen zwischen den Versicherten und ihren Ärzten einerseits und der Krankenkasse andererseits schneller eine gerichtliche Überprüfung möglich ist.

Problem:


Die Krankenkassen vertreten den Standpunkt, Krankengeld sei keine laufende Geldleistung. Dies ist jedoch Voraussetzung für einen einstweiligen Rechtsschutz, also für die Verpflichtung der Krankenkasse, das Krankengeld bis zur Klärung des Sachverhaltes zunächst unter Vorbehalt weiterzuzahlen. Zur Vermeidung von Nachteilen sollten Sie sich bei einer Krankengeldeinstellung unverzüglich sachkundig beraten lassen, wenn Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt die Einschätzung der Krankenkasse, Sie könnten wieder arbeiten, nicht teilen. Bitte setzen Sie sich selbst dann unverzüglich mit der Arbeitsagentur in Verbindung, wenn Sie in einem ungekündigten Beschäftigungsverhältnis stehen.

In einem Widerspruchsverfahren besteht ebenso wie im Klageverfahren die Möglichkeit,  sich durch einen sachkundigen Bevollmächtigten vertreten zu lassen. Für eine solche Vertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

 
 
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